Gertruden Apotheke I Berlin
Tradition trifft Zukunft: Die Gertruden Apotheke in Berlin zieht um und geht in die Hände der nächsten Generation
Rolf Rissel Objekteinrichtungen GmbH im INTERVIEW mit Herrn Bartetzko und der neuen Inhaberin, Tochter Paula Bartetzko
Ein Besuch in Berlin Steglitz-Zehlendorf
Die Gertruden-Apotheke in Berlin Steglitz-Zehlendorf ist ein Ort mit Geschichte. Sie gilt
als die älteste Apotheke des Bezirks und ist seit 1888 fest im Ortsteil verankert. Ein
traditionsreicher Anlaufpunkt, der heute moderner wirkt denn je. Mit ihrer einsehbaren
Rezeptur und dem markanten großen Schaufenster bildet sie einen wichtigen
gesundheitlichen Anlaufpunkt im Kiez, in dem überwiegend klassische
Hausarztpatient*innen betreut werden. Der Umzug der Apotheke war ein bedeutender
Schritt, um den steigenden Anforderungen des zeitgemäßen Apothekenbetriebs gerecht
zu werden und gleichzeitig ein neues, anspruchsvolles Erscheinungsbild zu schaffen.
Aber mehr dazu im folgenden Gespräch.
Vom beengten Arbeitsplatz zum offenen Raumgefühl
Wer heute die Gertruden- Apotheke betritt, erlebt großzügige Wege, viel Tageslicht im
Backoffice und ein elegantes Ambiente. Dass das nicht immer so war, verschweigen „die
Bartetzkos“ nicht: „Unsere alten Räume waren einfach zu klein. Jeder Tag war eine
Herausforderung“, erinnert sich N. Bartetzko. Der Auslöser für den Umzug lag vor allem
in den beengten Räumlichkeiten, die den Arbeitsalltag immer öfter erschwerten. Und:
das alte Apothekenlayout bot nicht ausreichend Raum für einen zeitgemäßen,
kundenorientierten Betrieb. Als dann Ende 2023 die benachbarte Bank auszog, tat sich
plötzlich die Chance auf: Die Fläche, die Familie Bartetzko schon lange im Visier hatte, wurde frei. Und damit bot sich die Gelegenheit, zur Erweiterung. Aus der Idee einer
Vergrößerung wurde schnell ein umfassendes Umbauprojekt.
Die Vision: Charakter und Wertigkeit statt 08/15
Das Ziel für die Neugestaltung war von Beginn an klar formuliert: „Es sollte die schönste
Apotheke in Steglitz-Zehlendorf sein, nicht 0815-Stil, werthaltig eben.“ Ein hochwertiger
Auftritt, der den Kundinnen und Kunden Wertschätzung vermittelt, stand im Mittelpunkt
der Überlegungen. Die Gestaltung entwickelte sich gemeinsam mit Herrn Löffl, dem
Planer und Umbau-Experten und mit klaren Herzenswünschen, wie einer sogenannten
„Generationswand“, die die Geschichte der Apotheke erzählt, einem starkdurchdachten
Beleuchtungskonzept mit beeindruckenden Deckenleuchten und einer
reduzierten, schnörkellosen Formensprache. Die Fassade aus spanischem, schwarzem
Schiefer setzt einen markanten architektonischen Akzent. „Wir haben alles in die Hände
von Herrn Löffl gegeben. Er ist der Profi auf dem Gebiet – immer engagiert und erreichbar.“
Besonderen Wert legte Herr Bartetzko auf die Öffnung der Apotheke zur Straße hin:
Bodentiefe Fensterscheiben öffnen den Blick von der Straße in die Apotheke. „Wir wollten
die Apotheke zur Straße hin öffnen. Das ist gelungen.“ (P. Bartetzko, N. Bartetzko)
Farblich bedeutete das neue Konzept zunächst jedoch eine Umstellung: „Ich musste
mich zunächst umgewöhnen. Das neue Konzept wirkte anfangs sehr dunkel. Doch die
helleren Vergleichsentwürfe waren einfach charakterlos. Wir strebten ein Designkonzept
an, das wirkt und haben uns für ein mutiges, individuelles und modernes Design
entschieden“. (P. Bartetzko, N. Bartetzko)
Mehr Platz, mehr Beratung, mehr Sortiment
Der Umbau veränderte das Raumkonzept grundlegend. Besonders prägend für das
Design: die einstige Enge wich großzügigen Strukturen: Nun stehen sechs Kassenplätze,
zwei moderne Beratungsräume, ein Wartebereich mit komfortablen Sitzgelegenheiten
und breite Laufwege zur Verfügung. Die Sichtwahl ist nahezu doppelt so groß wie zuvor,
auch die Freiwahl bietet viel mehr Sortiment, und der exklusive Kosmetikbereich schafft
zusätzliche Aufenthaltsqualität. Auch die jüngsten unter den Kund:innen können sich in
der liebenswerten Kinderecke aufhalten und sich die Wartezeit spielend leicht verkürzen.
Gleichzeitig verbessert sich die Arbeitsatmosphäre für das Team spürbar – nicht zuletzt
durch Tageslicht und ausreichend Raum an allen Arbeitsplätzen. Vorher wurde sich ein
Arbeitsplatz im Backoffice unter den Kolleg:innen geteilt. „…Es war eng und an manchen Tagen erschwerend zu arbeiten“…, berichtet die Inhaberfamilie. Heute hingegen
profitieren sowohl Team als auch Kund:innen von der neuen räumlichen Großzügigkeit.
Kundenreaktionen voller Wertschätzung
Die Resonanz der Kundschaft war überwältigend positiv: „Die Kunden haben sich
bedankt bei uns und uns sogar Geschenke gebracht“. Die Wertigkeit der neuen Räume
und die moderne Optik werden als echte Bereicherung wahrgenommen – ein starkes
Zeichen für die gelungene Neupositionierung der Traditionsapotheke.
Die Zusammenarbeit mit Herrn Löffl beschreibt Familie Bartetzko als durchweg positiv:
„Es war eine sehr gute Zusammenarbeit. Immerhin war es bereits die zweite Apotheke,
die wir zusammen umgebaut haben. Und wenn wir eine dritte hätten, dann würden wir sie
auch wieder mit Herrn Löffl umbauen. Seine Erreichbarkeit, sein Engagement und seine
Professionalität haben maßgeblich dazu beigetragen, unser Projekt erfolgreich
umzusetzen.“ (N. Bartetzko)
Eine Apotheke, die Geschichte und Zukunft verbindet
Die neue Gertruden-Apotheke beweist, dass Tradition und Modernität kein Widerspruch
sind. Das Zusammenspiel aus klarer architektonischer Vision, funktionalem
Raumkonzept und emotionaler Gestaltung verleiht der Apotheke etwas Besonderes:
Charakter. Oder wie Familie Bartetzko es zusammenfasst: „Wir wollten keine Apotheke
von der Stange. Jetzt haben wir eine, die begeistert – und die unseren Kunden zeigt, wie
wichtig sie uns sind.“
















